Aus dem Kopf einer Triathletin

Mitte Juni. Zu dieser Zeit haben normalerweise viele von uns schon die ersten Vorbereitungswettkämpfe absolviert, konnten ihre Form in einem 10km-Rennen antesten und haben somit ein Gefühl für den derzeitigen Leistungsstand entwickeln können.

Mitte Juni, 2021. Monatelang hatte man keine Rennen und der erste Wettkampf steht vor der Tür.

„Bin gleich wieder da, ich suche noch schnell nach diesem Selbstvertrauen.“

Selbstvertrauen – mit Ups und Downs

Der Motivationskiller. Dienstagabend, 21:30 Uhr. Der Tag ist geschafft. 2 schnelle Einheiten, ein erfolgreicher Arbeitstag und eine schmerzvolle Late-Night Behandlung bei dem Physio meines Vertrauens 😉 , liegen hinter mir. Bis jetzt bin ich zuversichtlich, euphorisch, bereit für den ersten Raceday in nicht einmal mehr 2 Wochen. Die paar Tage Laufpause und das Zwicken an den hinteren Oberschenkeln, während dem Training, verdränge ich gekonnt. Schließlich bin ich ja gerade erst von der Behandlungsbank gehüpft.

Nun gut, zu dieser Zeit bin ich für einen Film schon zu müde… Also nehme ich mein Handy zur Hand und scrolle Gedankenverloren durch Instagram.

Was findet man, wenn man am Abend auf dem Sofa sitzt und durch die Posts wildfremder Menschen oder Triathlonkollegen scrollt? Nur fit aussehende Menschen.. oder zumindest ist der Filter, der benutzt wird, 1A. Durchtrainierte Mädels und Jungs, die alle miteinander nur Healthy Food essen, oder Werbung für irgendeinen noch schnelleren Laufschuh machen. Läufer und Triathleten, die neue Bestzeiten aufstellen, oder sich, mal wieder, das neueste Equipment zugelegt haben.

Okey, ich lege das Handy lieber wieder weg.

Na gut, bin ich vielleicht doch noch nicht bereit für den ersten Wettkampf der Saison? Hätte doch mehr trainieren müssen? Vielleicht weniger essen sollen? Wiege zu viel? Hätte die Intervalle doch schneller laufen sollen? Und ist das mit dem selbständig machen doch keine so gute Idee gewesen..? Schließlich kann ich mir gerade nicht die schnellsten Carbonlaufräder auf dem Markt leisten.. Alle laufen schnellere Intervalle, treten mehr Watt.. naja und beim schwimmen sind mir eh alle voraus. – sagt zumindest mein Kopf.

Zeit die Gedanken zu ordnen

So oder so ähnliche Gedanken schwirren mir tatsächlich immer mal durch den Kopf.

Dann stelle ich in Frage, was ich tagtäglich tue und ob ich auch wirklich alles aus mir heraushole. Sitze ich lange genug am Laptop? Trainiere ich genügend? Ist mein Körperfettanteil mein Freund oder doch mein Feind? Fehlen mir durch die Laufpause vielleicht schon zu viele Kilometer?

Besonders an Tagen, an denen mein Körper nicht so funktioniert wie ich mir das vorstelle, ich leicht verletzt bin, mir einfach die Energie fehlt oder mal ausfalle weil ich Schmerzen beim Training habe, fällt es mir schwer, nicht gleich den Kopf hängen zu lassen.

Wenn man die Zeilen bis dahin durchliest, könnte man sich Fragen, warum ich das ganze mache? So viele Stunden Training. Aber Für was?

Meine Motivation

Natürlich liebe ich diesen Sport. Liebe das erste Training am Morgen und das darauffolgende ausgiebige Frühstück. Liebe die langen Radausfahrten durchs Fichtelgebirge, das Gefühl nach einem Intervalltraining auf der Bahn und freue mich am Abend, wenn alle Einheiten absolviert wurden. Noch mehr aber motiviert mich der Gedanke, an einer Startlinie zu stehen. Ich bin ein absoluter Wettkampfsportler und genau dieses Gänsehautgefühl vor dem Start lässt uns das doch Tag für Tag machen, oder?

Was hilft, wenn das Gedankenkarussell anfängt zu kreiseln
  • Ist das jetzt ein Motivationsloch oder mangelt es eher an Selbstvertrauen? Du merkst schon, das eine geht mit den anderen einher. Demnach suche dir Wege wie du deine Gedanken auf das Positive lenken kannst. Eine kleine Auszeit mit einer Meditation hilft mir da zum Beispiel immer sehr gut!
  • Ruf dir die vielen kleinen Erfolgserlebnisse aus den letzten Trainingseinheiten in den Kopf.
  • Den Fokus auf das Wesentliche nicht verlieren. Was ist Deine Motivation? Sicher nicht der tolle Body von irgendeiner 0-8-15 Fitnessinfluencerin, die ihren Bauchring in ihrer superengen Leggings versteckt hat!
  • Rede mit Personen in deinem Umfeld, deren Meinung dir wichtig ist und die dich besonders gut kennen. Familie und Freunde, wählen meistens die richtigen Wort und verpassen einem, wenn’s nötig ist, auch mal einen kleinen Tritt in den Hintern.
  • Scrolle durch deine eigenen Bilder auf Instagram oder in deinem Handy-Fotoalbum. Du findest sicher viele Bilder, die Momente festhalten, auf die du heute noch stolz bist!
  • Einen Trainer an seiner Seite zu haben, dem man vertraut und der einen immer wieder motivieren und aufbauen kann! – Für mich besonders wichtig! Schließlich weis er am besten was man das letzte Jahr trainiert hat und wie fit man gerade ist.
  • Auf den Körper hören! Müde? Keine Energie? Zeit für eine Pause? Dann nimm dir die Zeit! Oft lassen dich schon 1-2 Tage Ruhe und Abstand vom Trainingsalltag wieder motiviert zurück ins Training finden. (Wie Regeneration bei P³ aussieht, findest du HIER.)

Selbstbewusstsein geht nicht, ohne sich seiner Selbst bewusst zu sein.

Unbekannt
Einfach mal abschalten!

Und damit meine ich nicht nur den Kopf.. sonders auch das Handy bzw. die SocialMedia-Apps. Von sich selbst weis man doch am besten.. wenn ein Bild während dem Training gemacht wird.. läuft man extra sauber, zieht man den Bauch ein wenig mehr ein und sieht besonders motiviert aus. Nicht verrückt machen lassen! – Mama würde jetzt sagen, es kochen alle nur mit Wasser. Außerdem müssen am Renntag alle die gleiche Distanz absolvieren 😉

Warum ich das loswerden wollte? Weil ich mir sicher bin, dass bei den meisten von uns immer mal so ein Gedankenkarussell durch den Kopf kreiselt.

Nur allein das Wissen nicht die Einzige zu sein, die sich immer mal verrückt macht, hilft. – Zumindest mir sehr oft 🙂

In diesem Sinne,

wünsche ich Dir einen guten Start in die Wettkampfsaison!

..und nicht vergessen, Handy manchmal lieber weglegen und auf sich konzentrieren! 🙂

#bepartoftheproject

Julia

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