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Die letzten Wochen im Zeitraffer

Julia und Michel

24.04.2022, 15:00 Uhr (16:00 Uhr Deutsche Zeit), Gran Canaria. Hier sitze ich jetzt, 1 Tag nach meinem ersten Profi-Rennen und lasse die letzten Wochen Review passieren. Es ist einiges passiert, aber Zeit sich richtig damit auseinanderzusetzen, gab es irgendwie keine. Zwischen Kartons packen, den Bus abfahrbereit machen, Auszug, Möbel einlagern und das Drumherum-Organisations-Chaos beherrschen, durfte.. soweit möglich.. der Überblick nicht verloren werden. Hier also eine kleine Zusammenfassung.. für Euch und Uns.

Bus statt Wohnung

Von Anfang an: Wie einige von Euch bereits in einem unserer letzten Instagram-Posts gelesen haben, brechen wir die Zelte in Oberfranken wieder ab. 1 Jahr hat es uns hier gehalten.. länger leider nicht. Gründe: Ausbaufähige Trainingsbedingungen, fehlende Gleichgesinnte in Form von Trainingspartnern, zu wenig freundliche Gesichter, Eintönigkeit und kalte, nasse Temperaturen,.. stoßen auf uns und unseren Freigeist. Wir haben letzte Rennsaison viele Tage und Wochen in unserem VW-Bus verbracht und hatten kaum einen Grund wieder nach Hause zu fahren. Bis auf unsere Wohnung.. und natürlich unsere Liebsten.

Ein, zwei Gespräche später war die Wohnung also gekündigt.

Wir haben zu unserem Vorhaben einige Nachrichten von Euch bekommen.. wie lang? ..und im Winter? ..und wohin? ..und Lotti? ..und wirklich ganz ohne Wohnung?

Eines haben wir in den letzten Monaten gelernt und lernen müssen. Pläne sind zwar schön & gut und manchmal sicher auch sinnvoll. Ändern sich aber auch schnell wieder. Aus diesem Grund können wir die meisten Fragen auch noch nicht 100% beantworten. Wir werden, fürs Erste, die Rennsaison über in unserem T4 wohnen. Was im Herbst bzw. Winter dann passiert, wissen wir jetzt noch nicht. Es gibt gerade keinen Ort, an dem wir, Tag ein Tag aus, sein möchten.. wichtig für uns ist derzeit nur, dass wir 3 zusammen sind und der Bus unser Dach über dem Kopf ist.. dann fühlt sich’s schon sehr gut an 🙂 Eins ist aber zu 99% sicher – es geht nicht wieder zurück in die Heimat. Dank meiner Family, werden wir dort aber immer einen Schlafplatz haben.

Und zur Ergänzung: Unser derzeitiger Schlafplatz ist .. bzw. war das Sofa im Wohnzimmer meiner Schwester. Neben Kartons, Ordnern, Kartons.. und Kartons. Danke Annika, dass wir dein Reich einnehmen durften!

Und Lotti? Bus ohne Co-Pilot? Niemals! Natürlich wurden auch Lottis Koffer gepackt!

Google Maps, wo lang?

Die Reiseroute ist hingegen ganz einfach. Von Rennen zu Rennen. Von Deutschland nach Mallorca und Frankreich, zurück nach Österreich und über Deutschland vielleicht nach Luxemburg und dann ab nach Spanien.. So oder so ähnlich sieht unser Reiseplan in der ersten Saisonhälfte aus. Gehalten wird, wo die Trainingsbedingungen passen, nicht wo die Location gerade am schönsten ist.

Erstes ProRace – an der Startlinie neben der Weltspitze

Bevor allerdings die Plätze im Bus eingenommen werden, ging es nochmal für einen kurzen Abstecher zur Challenge Gran Canaria. Hier wars dann am Samstag soweit.. mein erstes Rennen als Profi. Nachdem die Startliste bekannt gegeben wurde, hätte ich allerdings am liebsten einen Rückzieher gemacht. Neben Nicola Spirig, Els Visser, Lucy Hall und Sara Perez Sala habe ich mich dann doch ziemlich fehl am Platz gefühlt. Kälter hätte das Wasser, in das ich an diesem Tag geschubst worden bin, also nicht sein können.

Nach einem einsamen Schwimmen konnte ich mich am Rad und später beim Laufen dennoch auf Platz 5 vorarbeiten. Nach vorne war ordentlich Luft, keine Frage – aber ich denke im Rahmen meiner Möglichkeiten, kann ich damit zufrieden sein. Der Anfang ist also gemacht.

Michel war wieder mal mein AllinOne – Reiseplaner, Race-Organisator, Mechaniker, Manager, Essenslieferant, Supporter, Live-Ticker, Gut-Zuredner, Physiotherapeut. Na AllinOne eben. Nebenbei trainiert er natürlich selbst und lässt sich als Coach ausbilden.. Glaube ein Danke reicht da nicht aus..

Countdown.

Ehrlich gesagt, war mein Fokus in den letzten Tagen und Wochen so auf auf diesem Rennen gelegen, dass ich mich mit all dem was danach kommt, noch nicht wirklich auseinander gesetzt habe. Jetzt, langsam aber sicher, wird mir erst bewusst, was da auf uns wartet. Mit einem Koffer voller Vorfreude, doch etwas feuchten Augen und den Kopf voll mit „was daheim unbedingt noch erledigt werden muss“ geht es dann in den nächsten Tage wieder zurück. Mittwochmorgen werden wir wieder Zuhause ankommen, einen Waschmarathon starten, die letzten organisatorischen Sachen erledigen, unsere letzten 7 Sachen zusammenpacken, den Bus einräumen und noch eine kleine Ade-Runde drehen… bevor es dann am Freitag oder Samstag tatsächlich los geht.

Später darfs auch garnicht werden, denn die Fähre in Frankreich wartet nicht auf uns..

Erster Halt: Michel’s 1. Rennen der Saison. Ironman 70.3 Mallorca.

Ein großes Dankeschön geht raus an Euch,.. für Eure lieben Nachrichten, Euer Mitfiebern und Eure aufmunternden Wort!

Wir freuen uns, dass Ihr uns auf unserer Reise begleitet.

Julia

#bepartoftheproject
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